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MIASMATIK

Die Entdeckung der Miasmenlehre war eine von Hahnemanns grundlegenden Pfeilern der Homöopathie. Miasma bedeutet eigentlich „Verunreinigung“, bzw. „Befleckung“. Hahnemann beschrieb in seiner Doktorarbeit „Unterricht für Wundärzte...“ an Hand der Syphilis sehr genau den Verlauf von chronischen Krankheiten.

Er erkannte, das ein Mensch einmal mit ihr infiziert verschiedene Stadien durchläuft, die mit dem Tod enden. Weitere Forschungen auf diesem Gebiet ließen ihn später insgesamt 3 Miasmen unterscheiden.

Andere Homöopathen, die Hahnemann folgten fügten diesen Miasmen noch zwei weitere hinzu. So das heute in der Homöopathie hauptsächlich 6 MIASMEN unterschieden werden:

  1. PSORA
  2. SYKOSE
  3. SYPHILINIE
  4. TUBERKULINIE
  5. CANCERINIE
  6. VAKZINOSE

Um erfolgreich homöopathsich zu arbeiten, ist es unerlässlich, eine gründliche Ausbildung in Miasmatik absolviert zu haben. Eine Kurzfassung reicht hier nicht. Man muss erkennen, wo der Patient im Krankheitsprozess steht, um ihm erfolgreich helfen zu können.

Die nachfolgende Auflistung über die Miasmen stellt nur einen kurzen Überblick dar und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  1. PSORA

Ursprung des psorischen Leidens ist bei Hahnemann ein fürchterlich juckender Hautausschlag, dessen Unterdrückung eine Unzahl von Leiden sowohl bei dem Patienten als auch bei seinen Nachfahren hervorruft. Zusätzlich aktiviert die Unterdrückung eines Hautausschlages auch noch andere erworbene oder ererbte Miasmen. Psorisch belastete Familien leiden vor allem unter gehäuft

auftretenden, stark juckenden Hautausschlägen. Rein psorisch belastete Familien sind heute selten. Oftmals finden wir Patienten, die alle Miasmen aufweisen, bzw. die kanzerinisch sind.

  1. SYKOSE

Ursprung des sykotischen Leidens ist nach Hahnemann der Erwerb eine Tripperinfektion. Die bei dem Infizierten eine Unzahl an Leiden hervorruft. Besonderes Kennzeichen der Tripperinfektion: die Feigwarzen, deren Entfernung dafür sorgt das sich das sykotische Miasma nun noch schneller und hemmungsloser entfalten kann. Im dritten Stadium entstehen dann Krebsleiden, Diabetes und Gicht. Auch dieses Miasma, wird an die Nachfahren weitervererbt. Sykotisch belastete Familien erkennt man an chronischen Beschwerden des Unterleibes (Verwachsungen, Zysten, Myome usw.), Unfruchtbarkeit, Warzen, Krebsbelastung, Diabetes, Gicht und auch Geistes und Gemütserkrankungen.

  1. SYPHILINIE

Ursprung des syphilitischen Miasmas ist der Erwerb einer Syphilisinfektion bzw. das Vererben der Folgen einer Syphilisinfektion an die Nachfahren. Kennzeichen der erworbenen Syphilisinfektion ist der meist schmerzlose Schanker. Wir müssen uns heute eher mit der ererbten Form der Syphilinie auseinandersetzen. Familien die durch dieses ererbte Miasma belastet sind, erkennt man an angeborenen Stigmata, wie z.B. „Hasenscharte“, „Wolfsrachen“, „Klumpfuß“ angeborene Herzfehler oder andere angeborene Mißbildungen, aber auch ererbte Zahnfehlstellungen. Weiterhin finden wir bei solchen Familien Magenulcus, Beinulcus, Aortenaneurysmen, Arteriosklerose, Nervenleiden, wie MS oder Lähmungen, Parkinson, Alzheimer, Geschwüre, fressende Krebsgeschwüre und auch das vermehrte Auftreten von Geistes- und Gemütserkrankungen innerhalb von betroffenen Familien kann auf die Belastung mit dem syphilitischen Miasma hinweisen.

  1. TUBERKULINIE

Die Tuberkulinie ist ein Miasma, welches von Hahnemann selber nicht beschrieben wurde. Es geht auf die Forschungen anderer Homöopathen, wie z.B. J.H. Allen zurück. Ursprung des tuberkulinischen Miasmas ist der Erwerb einer Tuberkulose bzw. die Vererbung der Folgen einer Tuberkuloseerkrankung an die Nachfahren. Man muss unterscheiden, das es eine syphilitische und eine sykotische Tuberkulinie gibt, demenstprechend verschieden fallen die Folgen für die Nachfahren aus. Familien, die tuberkulinisch belastet sind, haben meist einen an Tuberkulose erkrankten Vorfahren aufzuweisen. Desweiteren finden wir eine große Infektanfälligkeit, eine große

Anzahl an Allergien, z.B. auf Tierhaare, häufige Mittelohrentzündungen, Bronchitiden, Anginen usw. Die Kinder solcher Familien leiden häufig an Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Aggressionen, Konzentrationsstörungen, sind hippelig und sehr dünn. Schon bei leichter Anstrengung kommt es zu starken Schweißausbrüchen und schneller Erschöpfung. Auch hier können wir das Auftreten von Geistes- und Gemütserkrankungen finden. Handelt es sich um die syphilitische Tuberkulinie, finden wir z.B. auch angeborene Stigmata, wie in der Syphilinie aufgezählt. Handelt es sich um die sykotische Tuberkulinie finden wir neben der allgemeinen Infektanfälligkeit eben auch die benannten Störungen im Unterleib und später Gicht, Diabetes und Krebs.

  1. CANCERINIE

Die Cancerinie ist ebenfalls ein Miasma, welches von Hahnemann als solches noch nicht benannt wurde. Es geht hauptsächlich auf die Forschungen von dem amerikanischen Homöopathen Foubister zurück, welcher Kinder von Müttern, die an Krebs erkrankt waren genau beobachtete und deren Beschwerden und Krankheiten festhielt. Aber auch schon Clarke, Skinner und Burnett forschten auf diesem Gebiet. Y. Laborde und Risch führten diese Erkenntnisse später weiter.

Cancerinie bedeutet Belastung mit dem Krebsmiasma, welches heute immer weiter um sich greift. Familien, die kanzerinisch belastet sind, weisen zum einen gehäufte Krebserkrankungen in ihrer Familie auf. Die Cancerinie bedeutet aber auch die Verschmelzung aller vorher genannten Miasmen, zu einer völlig neuen Einheit. Auch seelische Belastungen, Mißbrauch, Unterdrückungen können dazu führen, das der Betroffene in das Krebsmiasma abgleitet. Cancerinische Patienten sind häufig sehr perfekt und möchten es jedem recht machen. Harmoniesucht oder fehlende Identität kann z.B. Ausdruck dieses Miasmas sein. Wir finden in solchen Familien Stigmata aller drei Miasmen, viele Krebserkrankungen, viele Warzen, viele auffällige Hautmerkmale wie Leberflecken, Cafe au lait Flecken usw. Es könne auch gehäuft Diabetes und Gicht auftreten, die oftmals Stellvertretererkrankungen für den Krebs darstellen. Auch Geistes- und Gemütserkrankungen treten auf. Cancerinische Patienten haben ein deutlich höheres Risiko an Krebs zu erkranken, als andere Menschen.

  1. VAKZINOSE

Als Vakzinose bezeichnen Homöopathen alle Schäden und Folgen, die durch eine Impfung entstehen. Impfschäden wurden schon durch Burnett und Bönninghausen hier insbesondere Impfschäden durch die Pockenimpfung festgestellt und beschrieben. Andere Homöopathen, wie z.B. Y. Laborde, Risch führten diese Erkenntnisse weiter.